Schule und Bildung
Eine Stellungnahme des KAVÖ-Gesamtvorstandes am 7. Dezember 2007 in Wien
Der Gesamtvorstand des KAVÖ stellt fest, dass die derzeitige Schul- und Bildungsdebatte den unübersehbaren Erfordernissen der gesellschaftlichen Entwicklung weitgehend nicht gerecht wird.

Die Reformdiskussion ist noch immer viel zu stark von einer Wirklichkeitsverweigerung, von ideologischen Vorbehalten und von parteipolitischen Interessen geprägt. Eine Wirklichkeitsverweigerung liegt deshalb vor, weil das Tempo der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und globalen Veränderungen seit langem eine grundlegende Reform des Bildungswesens erfordert. Es ist unverantwortlich, diese Reform zu zerreden, statt sie sachlich und unvoreingenommen in Angriff zu nehmen.

Die Schule ist ein Lernort des Lebens. Daraus ergibt sich die ethische Verpflichtung zu einer zeitgemäßen wissenschaftlich begleiteten Gestaltung des Schulsystems. Erfasst wird damit eine veränderte Lehr- und Lernkultur, womit insbesondere eine Methodenvielfalt und moderne Aus- und Fortbildung der Lehrer gefordert sind. Dazu ist es unbedingt nötig, die Schule mit ausreichenden Ressourcen zu versehen. Dem Schuleingang und der Entschärfung von Nahtstellen (Übergang VS/Sek. I, Sek. I/Sek. II sowie Sek. II/Universität) kommt dabei besonderes Augenmerk zu. Die soziale Ausgleichsfunktion von Schule müsste zur Vermeidung von Restgruppenbildungen verstärkt werden. 

Der KAVÖ tritt für eine, vorbehaltlose Diskussion von Schulfragen ein, um dem Anspruch eines breiten Konsenses näher zu kommen.


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